Zoe & Dylan - Machtlos


(Liebe/Erotik)

 

Zoe, eine junge Frau, steht vor dem existentiellen Nichts. Ihr bisheriges Leben war die reinste Folter. Doch das Blatt soll sich wenden. Zoe lernt den gutaussehenden, leidenschaftlichen Dylan kennen und lieben. Es scheint, als könne er sie bei dem Kampf gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit retten. Sie lernt von dem Glück aber auch sehr schnell die Kehrseite kennen. Eifersucht, Neid und skrupellose Menschen.

 

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Kapitel 1

 

Ich habe seit heute Früh schon hämmernde Kopfschmerzen. Es fühlt sich so an, als wenn mein Kopf in einem Schraubstock stecken würde und irgendjemand hätte wahnsinnigen Spaß daran, ihn unaufhörlich enger zu drehen. Doch es hilft alles nichts. Ich muss mich zusammen reißen und darf einfach nicht jammern. Schnell wringe ich, mit meiner noch vorhandenen Kraft, den triefnassen Wischlappen aus und stelle das sperrige Putzzeug wieder zurück in die Kammer des Kiosk, in welchem ich ein paar Mal im Monat für ein kleines Taschengeld sauber machen darf. Ich bin unendlich froh, dass ich ab und zu ein wenig Geld nebenbei verdienen darf, damit ich mir zumindest von dem Geld ein bisschen zu Essen kaufen kann. Zwar braucht man mich hier nicht wirklich, doch der Besitzer hatte so viel Mitleid, dass er zugestimmt hat. Erst wollte er mir das Geld so geben, aber um Almosen betteln ist nicht mein Fall.

Doch in letzter Zeit plagen mich einfach zu viele Sorgen und ich weiß nicht mehr weiter. Ich habe keine Ahnung wie ich sie alleine lösen kann. Hilfe habe ich leider nicht wirklich. Seit mein Vater uns vor zwanzig Jahren sitzen lassen hat – da war ich gerade einmal fünf Jahre alt – ging es mit meiner Mutter immer weiter bergab. Von da an musste ich mich um mich selbst kümmern und später auch noch um sie. Sie hat mich immer verachtet und mir keinerlei Liebe geschenkt. Ich frage mich manchmal, warum sie mich nicht einfach weggegeben hat. Das hätte mir viel Leid und Qual erspart. Vielleicht will sie mich auf diese Art bestrafen.

 

Mittlerweile stehe ich vor dem Nichts. Ich schwinge mir meine dünne, alte Regenjacke über, damit ich direkt weiter gehen kann. Ab heute habe ich eine neue Putzstelle in einer der besten Werbeagenturen, in Düsseldorf. Zum Glück brauche ich erst dort zu reinigen, wenn alle schon Feierabend haben. So wie ich aussehe kann ich den Leuten dort nicht unter die Augen treten. Irgendwie passe ich da überhaupt nicht rein.

Für das Vorstellungsgespräch hatte Herr Rednik, der Kioskbesitzer, mir eine neue Hose und einen vernünftigen Pullover gekauft. Als ich die Sachen anzog kam ich mir vor, als wenn ich nicht ich selbst gewesen wäre. Ich kenne mich nur in meinen verschlissenen Plörren. Doch Herr Rednik hat mir gut zugesprochen und meinte, dass ich die Stelle so auf jeden Fall bekommen würde. Und er hat tatsächlich Recht behalten. Ich weiß nicht wie ich ihm je dafür danken soll.

Auf dem Weg schlinge ich meine Arme schützend um meinen Körper, denn wir haben bereits Dezember und es ist eisig kalt. Über mir ist der Himmel in einem tiefen Grau getaucht. Der Wind pfeift mir um die Ohren und lässt sie vor Kälte schmerzen. Der dünne Fetzen welcher sich Jacke schimpft, kann die Kälte auch nicht wirklich von meinem Körper abhalten. Ich versuche daher schneller zu laufen, damit mir wenigstens etwas wärmer wird. Als ich an dem Gebäude ankomme, bleibe ich kurz stehen und blicke staunend nach oben.

Es schaut imposant aus, auch wenn es nur vier Etagen hat. Es scheint als würde es nur aus Glasscheiben bestehen, aber es wirkt sehr modern. Als ich letztens hier war, hatte ich nur unten am Empfang ein kurzes Gespräch mit einer Dame. Den Namen habe ich bereits vergessen, aber die freundlichste Person war sie nicht.

 

Ich musste ihr einen Haufen unterlagen unterschreiben. Es war ein vorläufiger Arbeitsvertrag, eine Verschwiegenheitserklärung, damit ich keinerlei Firmengeheimnisse ausplaudern würde und noch diverse andere kleine Dinge. Mit einem Auge habe ich sie nur überflogen, denn ohne zu unterzeichnen hätte ich die Stelle nie im Leben bekommen. Sie erklärte mir im Groben, was ich zu tun habe und wo ich die Reinigungssachen finde. Gezeigt hat sie mir jedoch nichts. Sie händigte mir lediglich einen Schlüssel aus, damit ich am Abend hier rein komme.

Ich atme tief ein und spüre sofort wieder den pulsierenden, stechenden Schmerz in meinem Kopf. Wenn ich doch nur eine Tablette hätte, aber dafür reichte das Geld leider nicht mehr aus. Sobald ich nach Hause komme lege ich mich direkt in mein Bett, so lange ich es noch habe. In einer Woche müssen meine Mutter und ich aus der Wohnung raus, denn der Vermieter hat uns gekündigt. Meine Mutter hat wieder ihre tollen Freunde zu Besuch gehabt und mittlerweile sind all unsere Nachbarn mehr als nur sauer auf uns. Sobald die Freunde da sind, ist es laut. Sie rauchen und saufen im Hausflur und pöbeln alle Leute an. Weiß Gott, wie oft ich sie schon von der Polizei habe raus schmeißen lassen.

Als Dank habe ich die Faust von einem ihrer tollen Kollegen zu spüren bekommen. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie er zugeschlagen hat. Als mich dann der Schmerz meiner Wange zu Boden zwang, hatte meine Mutter nur teilnahmslos dagesessen und nichts, absolut nichts getan. Zum Glück war es nur eine Prellung des Jochbeins, aber die Schmerzen waren den ersten Tag unerträglich.

Am liebsten würde ich meine Mutter rausschmeißen, denn Liebe empfinde ich schon lange nicht mehr für sie. Hass ist es allerdings auch nicht, eher Mitleid. Und das nach all dem, was ich erleiden musste.

 

Ich weiß noch gar nicht was passieren wird, wenn wir den Tag X erreichen und die Schlüssel abgeben müssen. Wenn kein Wunder geschieht, werden wir ab da auf der Straße sitzen. Angespannt schließe ich die Große Eingangstür auf und trete hinein. Es ist so schön warm in diesem Gebäude und ich schließe für einen kurzen Moment meine Augen und sauge die wohltuende Wärme in mir auf. Ich spüre wie durch den Temperaturunterschied meine Finger und Ohren beginnen zu stechen und zu brennen. Sie müssen feuerrot sein.

Als ich meine Augen wieder öffne, befindet sich vor mir der Empfang. Er sieht sehr edel und zugleich steril aus. Alles besteht aus einem hochglänzenden, weißen Material. Ist das Kunststoff oder Holz?

Neugierig lasse ich meine schmerzenden Finger über die Arbeitsfläche gleiten, vielleicht lässt sich das Material ja erfühlen. Es ist kalt und sehr hart, ich denke es wird lackiertes Holz sein. Aber was bringt es mir zu wissen, woraus die Möbel bestehen. Der Boden ist mit Schiefer gefliest und bildet einen harten Kontrast zu dem üblichen Weiß.

Es wirkt ein wenig kühl für eine Werbeagentur, aber wahrscheinlich ist es so gewollt. Ich persönlich würde es mit ein wenig Farbe ansprechender finden. So denkt man, man wäre in einem Krankenhaus gelandet. Direkt darüber hängt ein Schild aus Glas, in welchem der Name der Firma eingraviert ist.

 

Harper Style

 

Mein Blick schwenkt weiter nach rechts und ich sehe eine große Uhr, welche über dem Durchgang zu den Aufzügen hängt. Ach du Schreck. Es ist bald schon zwanzig Uhr. Ich muss mich beeilen, sonst werde ich die gesamte Nacht mit Putzen beschäftigt sein.

Mit großen Schritten gehe ich auf die Aufzüge zu. Hoffentlich sind sie am Abend nicht ausgeschaltet. Mit meinem dröhnenden Kopf so viele Stufen hinauflaufen, würde mich umbringen.

Zaghaft drücke ich auf den Knopf, welcher den Fahrstuhl holt und ich bin erleichtert, als das kleine, rote Licht darüber aufleuchtet. Der Lift ist ringsherum mit Spiegeln ausgekleidet und ich erschrecke, als ich mein Ebenbild zu Gesicht bekomme. Meine dunklen Haare sind zerzaust und nur notdürftig mit einem Haargummi zusammen gebunden. Mein Gesicht ist blass und ich sehe durch die Augenringe kränklich aus.

Hätte ich doch unterwegs mein Spiegelbild in einem der umherstehenden Autos betrachtet, aber zum Glück bin ich hier alleine und niemand muss das Elend sehen. Ich glaube ich würde mich in Grund und Boden schämen.

Schwungvoll geht die Tür mit einem Pling auf und ich trete hinaus auf den Flur. Auch hier oben sind die Wände weiß gestrichen, doch es hängen einige abstrakte Bilder an den Wänden, welche endlich ein wenig Farbe bringen und etwas auflockernd wirken. Der Boden ist mit einem anthrazitgrauen Teppich ausgelegt. Bei dem Gedanken jetzt staubsaugen zu müssen, dreht sich mir der Magen um, aber je schneller ich mit der Arbeit beginne, desto eher bin ich fertig.

 

Am Ende des Flures ist eine Abstellkammer, in der Sie alles finden werden, was Sie benötigen, erinnere ich mich an das Vorstellungsgespräch zurück.

 

Wie still es hier doch ist. Ich kann sogar meinen eigenen Atem hören. Leise schwingt die Tür auf und zum Vorschein kommen Eimer, Lappen, diverse Putzmittel und ein wuchtiger Staubsauger. Ich bewaffne mich zuerst mit den Lappen und hole etwas Wasser, dann mache ich mich daran in den einzelnen Büroräumen die Arbeitsflächen und die Monitore zu säubern. Überall scheint sich die sterile Linie durchzuziehen, nur in einem Büro nicht. Als ich die Tür öffne ist das Licht an und auf dem Schreibtisch herrscht ein heilloses Durcheinander. Der Platz scheint einem chaotischen Schussel zu gehören. Haut ab und lässt das Licht brennen.

Wie soll ich denn hier nun sauber machen? Ich gehe lieber nicht an die Unterlagen um sie zu ordnen, sondern lasse alles so wie es ist. Und wenn ich dafür Ärger bekommen sollte. Doch oben auf dem Stapel liegt ein Zettel, der mich magisch anzieht. Ich gehe ein Schritt näher, um besser sehen zu können.

Es ist ein kunterbuntes Spielzeugpferd darauf abgebildet und darunter steht in einer kaum leserlichen Schrift

 

 Reitspaß für Groß und Klein

 

 »Was eine schreckliche Zusammenstellung«, seufze ich vor mich hin und verdrehe meine Augen.

Hinter mir höre ich ein leises Geräusch. Erschrocken mache ich einen kleinen Sprung zur Seite und drehe mich hastig um. Nun bemerke ich, dass ein Mann im Türrahmen gelehnt steht. Wow. Er sieht fantastisch aus. Er hat tiefblaue Augen, welche mich durchdringend anstarren. Die Augenfarbe ist so leuchtend, dass ich sie selbst auf diese Distanz erkennen kann.

Seine dunklen Haare sind nicht zu kurz und auch nicht zu lang. Gerade richtig, um sie hoch zu gelen und eine freche Frisur daraus zu zaubern. Er trägt eine dunkel blaue Jeans und einen schwarzen Pullover dazu. Der Schnitt seiner Kleidung lässt erahnen, dass er viel Sport treibt. Er scheint wesentlich größer zu sein als ich, denn ich mit meinen 1,70 komme mir gerade sehr klein vor. Ich sehe, dass er mich entsetzt und starr anblickt. Sein Gesicht wirkt leicht eingeschlafen.

»Oh. E-entschuldigen Sie bitte. Ich w-wusste nicht, dass heute noch jemand hier ist. Ich wollte eigentlich nur das Büro reinigen«, stammle ich verlegen und merke, wie mir die Röte in die Wangen schießt.

 

Hoffentlich hat er nicht gehört, was ich gerade über die Werbung gesagt habe. Ich sollte schnell gehen und weiter putzen. Sein eisiger Blick haftet ununterbrochen an mir, während ich mit fahrigen Händen versuche die Lappen wieder einzusammeln. Ich gerate ins Straucheln und kann mich gerade noch fangen, bevor ich über meine eigenen Füße stolpere und vor ihm zu Boden falle.

»Entschuldigung. Ich, ich bin schon weg«, flüstere ich eher, als dass ich es laut ausspreche.

Mit gesenktem Kopf gehe ich auf die Tür zu, um das Büro zu verlassen. Doch anstatt er Platz macht, stellt er sich mir direkt in den Weg.

»Was genau ist denn an dieser Werbung so schrecklich, wie Sie es so eben noch ausdrückten?«

Nein! Er hat es doch mit bekommen. Abrupt bleibe ich stehen und verharre in meiner Bewegung. Denk nach bevor du antwortest.

»Wie bitte?«, ich bin so verlegen, dass ich am liebsten in ein Erdloch kriechen würde.

Mein gesamter Körper spannt sich an und ich überlege, wie ich hier so schnell es geht weg komme.

 »Sie finden die Werbung schrecklich, also möchte ich von Ihnen wissen, was daran nicht gut ist. Es sollte doch nicht schwer sein, mir das zu erläutern.«

Seine Stimme ist tief und wirkt herablassend auf mich. Die Art von diesem Mann schüchtert mich regelrecht ein. Herrgott, warum muss ich auch immer laut denken. Aufgeregt tapse ich von einem Fuß auf den anderen und versuche eine Erklärung zu finden.

»Ähm … also ich finde, das Bild, es passt nicht zu der Schrift. Und der Satz passt nicht zu dem Bild.«

Meine Stimme wird bei jedem Wort leiser und brüchiger. Innerlich flehe ich endlich gehen zu dürfen. Zaghaft wage einen neuen Versuch und mache einen Schritt zur Seite. Doch er versperrt mir erneut den Weg. Kurz blicke ich auf und sehe, dass sich ein süffisantes Lächeln auf seinen Lippen breit macht.

»So sehen Sie das also? Und woher nehmen Sie Ihr Wissen? Sind Sie in der Werbebranche tätig? Haben Sie studiert?«

Während ihn diese Worte verlassen, mustern seine Augen mich abwertend von oben bis unten. So als wäre ich ein kleines Nichts. Mein Blick wandert wieder zu Boden, wo ich meine Füße betrachte. Ich bin so verlegen, dass ich nicht weiß wo hin mit mir. Was soll ich darauf antworten? Normalerweise würde ich ihm das passende um die Ohren hauen, aber ich bin auf diese Stelle so sehr angewiesen, ich darf mir keine Fehler erlauben. Außerdem wirkt er ziemlich dominant auf mich, dass ich mich das eh nicht trauen würde.

 »Nein. Nein natürlich bin ich das nicht.«

 Irgendwie verspüre ich seinerseits eine Art Genugtuung. Ich muss ihn dafür nicht ansehen um zu wissen, mit welchem Blick er mich gerade bedenkt.

 »Dann wäre ja alles gesagt, Frau …?«

Seine Stimme wirkt genauso abweisend, wie seine Haltung.

 »Felter. Zoe Felter«, presse ich gequält durch meine Lippen.

Warum habe ich ihm denn meinen kompletten Namen gesagt? Irgendetwas in meiner Magengegend hat mich dazu veranlasst nicht nur meinen Nachnamen zu nennen. Er macht einen Schritt bei Seite und ich kann endlich auf den rettenden Flur hinaus. Mein Herz schlägt so schnell, als hätte ich gerade eben einen Sprint hingelegt. Aus den Augenwinkeln bemerke ich, wie sich hinter mir die Tür schließt und das Pochen in meinem Schädel wird wieder stärker. Ich zucke zusammen und mit einem leisen Stöhnen fasse ich mir an die Stirn, in der Hoffnung meine kalten Hände würden etwas Linderung bringen.

Nach drei quälend langen Stunden, welche mir wie eine Unendlichkeit vorkommen, bin ich endlich mit meiner Arbeit fertig. Ich will so schnell es geht nach Hause und eile an dem Empfang vorbei. Was war das? Ich gehe ein paar Schritte zurück und schaue auf den Tresen. Da liegt etwas. Ich habe doch vorhin alles sauber gemacht und da lag nichts darauf. Neugierig gehe ich hinüber und es liegen dort ein Zettel und eine winzige, weiße Pappschachtel. Daneben steht eine kleine Flasche Wasser.

 

Zoe, nehmen Sie jetzt eine davon

und die restlichen mit nach Hause.

Gute Besserung

D.

 

Ich bin überrascht und drehe mich zu allen Seiten um. Als ich niemanden entdecken kann, schaue mir die Packung an. Es steht nichts darauf, auch auf dem Blister ist nichts aufgedruckt, was auf den Namen des Medikamentes hinweisen könnte.

Soll ich wirklich etwas nehmen, wovon ich nicht weiß, was es ist? Aber ich habe so starke Schmerzen, dass ich die Augen kaum noch auf halten kann und mich am liebsten in eine Ecke verkriechen würde. Meine Vernunft werfe ich bei dem nächsten scharfen Stich in der Schläfe über Bord. Es kann ja nicht mehr schlimmer werden.

Mit einem großen Schluck spüle ich mir die Tablette hinunter und stecke den Zettel und die Packung ein. Die Flasche Wasser lasse ich in meine Jackentasche gleiten. Jetzt muss ich wieder in die Kälte hinaus und der Fußweg wird sehr lang werden. Ich fröstle schon alleine nur bei dem Gedanken daran. Total verfroren komme ich nach einer ewig langen Stunde an meinem Wohnhaus an. Es ist ein Hochhaus und sieht von außen leicht herunter gekommen aus. Der Vermieter hat seit Jahren nichts mehr ausbessern oder verschönern lassen. Aber das ist egal. Wichtig ist, dass ich überhaupt ein Dach über dem Kopf habe.

 

Als ich meinen Schlüssel in die Haustür stecke bemerke ich, dass sie wieder nicht eingerastet ist. Genervt schüttle ich meinen Kopf. Ich hasse es. Zwar wohne ich in der siebten Etage, dennoch mag ich das Wissen nicht, dass hier jeder ein und ausgehen kann. Totaler Schwachsinn, denn bei so einem großen Haus weiß man es eh nicht und sollte jemand einbrechen, würde er sich mit Sicherheit die unteren Etagen vornehmen.

Ich betrete den Hausflur und will nach mir die Tür schließen. Da sehe ich, wie ein schicker, schwarzer BMW langsam anhält. Wer hat denn in unserer Gegend so ein tolles Auto? Das kann sich doch in dem kleinen Ghetto hier niemand leisten. Schulterzuckend streiche ich mir mein Haar hinter das Ohr und gehe zu dem Aufzug, denn der Tag war sehr lang. Und wie soll es anders sein? Er ist mal wieder ausgefallen.

»War ja klar, dass das ausgerechnet heute passiert«, fluche ich leise.